Heuboxaufbau und Ausrüstung

Für die RTS-Anlagen ist eine luftdichte Box erforderlich. Die Gerät spezifische Boxgrundfläche darf nicht überschritten werden ! 

Die Box besteht aus einem luftdichten und stabilen Boden. Dieser kann entweder massiv aus Beton oder aus Asphalt sein, der von luftdichtem Mauerwerk umschlossen ist. Holzböden müssen durch die Verlegung von 19 mm dicken Spanplatten abgedichtet werden. Alle Stoßfugen sind mit Silicon abzudichten !  Damit das Silicon gut hält, ist ein 1-2 mm breiter Spalt vorzusehen, der dann mit Silicon gefüllt wird. Die einzelnen Platten werden an einem planen, auf einer Seite zugehobelten dicken Brett, bzw. direkt an den vorhandenen Bodenbrettern zusammen gefügt und gut verschraubt. Bei der Verwendung von Brettern als Auflage für die Bodenplatten ist darauf zu achten, dass sie genau an jenen Stellen angebracht werden, wo später die Beine des Lattenrostes stehen ! Die Beinreihen haben einen Abstand von 55 - 65 cm . Daher sind auch die Unterlagen in diesem Abstand zu verlegen (siehe Planskizze).

Auch die Wände müssen luftdicht sein. Die Abdichtung erfolgt am besten durch die Verlegung von handelsüblichen 19 mm Spanplatten der Größe 2 m x 4 m. Diese werden an senkrechten Balken montiert. Die Balken (10 cm x 10 cm x 400 cm) sind im Abstand von 1 m zu verlegen. Am Boden müssen die Montagebalken gegen das Verschieben durch starke Winkeleisen, die in der Decke verankert sind, gesichert werden. Alle Holzbalken sind an mindestens einer Seite (Plattenanlegseite) plan zu hobeln. Die stehenden Balken sind so zu verlegen, dass die Stoßfugen der Platten an einem Holzbalken zu liegen kommen. Die Boden- und Seitenplatten sind mit Dreikantleisten zu verleimen und gut zu verschrauben (mindestens 7 Schrauben auf 4 m Länge !). Frei tragende Holzböden sind unterhalb gegen Verformungen durch den Heudruck zu pölzen (= stützen)

Die Bodenbelastung bei voller und noch feuchter Box kann bis zu 2 Tonnen pro m2 (2 t / m2) betragen !  Der Seitendruck am Boden kann bei einem 5 m hohen Heustock  400 kg / m2 erreichen.

 

 

Für die Futterentnahme und Entleerung der Box ist ein Montagebalken so zu verlegen, dass er von außen beseitigt werden kann. Die Box-Verschlussplatte wird von außen mit mehreren Schrauben an die beiden anderen ca. 20 cm über die Balken hinausragenden Platten angeschraubt und dann mit dem abnehmbaren Balken abgestützt. Zur Befestigung des Balkens kann eine kurze Leiste oder ein Winkeleisen oder ähnliches verwendet werden. Der Balken kann dann seitlich weggedrückt und beseitigt und die Platte wieder abgeschraubt werden.

Der Trockner kann überall angeschlossen werden, also innen und außen, in der Mitte oder seitlich. In der Regel montiert man ihn in der Mitte der Außenseite. Er sollte aber vor direkten Witterungseinflüssen geschützt werden, indem man eine entsprechende Kabine mit offener Luftansaugseite errichtet. Die Montage des Trockners kann, wenn nur eine Box getrocknet wird, auch an der Box-Verschlussplatte erfolgen. In diesem Fall sind mindestens drei Stützbalken erforderlich, die waagrecht und ebenfalls abnehmbar anzubringen sind.  Wenn pro Schnitt zwei Boxen zu trocknen sind, muss der Trockner an der Mittelwand beider Boxen aufgestellt werden. Ein entsprechender automatischer Luftverteiler für zwei Boxen ist erhältlich. Die Umschaltung der Luft geschieht dabei automatisch durch eine Luftklappe. Der Anschluss an die Boxen erfolgt mit einem mitgelieferten Luftbalg, der an die Öffnung angeschraubt wird.

 

 

Beim totalen Neubau von Boxen wird der Einsatz von risssicheren, stahlbewährten Fertigbetonplatten empfohlen. Diese brauchen dann nur noch an den Fugen mit Silicon abgedichtet zu werden. Zur Bedienung der Box ist dabei ein entsprechender Steg aus Baugerüstteilen zu montieren. Bestehende Mauerwerke mit Rissen sind mit Silicon abzudichten, sie können aber auch durch das einfache Abdecken mit handelsüblichen stärkeren Plastikfolien luftdicht gemacht werden. Die Boxenwände können aber auch aus vorgefertigten Holzwänden oder aus Blech bestehen. Der Lattenrost kann auch durch Stahlmatten ersetzt werden, die auf starke Balken gelegt werden. Bei stark rechteckigen Boxengrundflächen mit großen Unterschieden von Länge und Breite sollte zur besseren Luftverteilung die Lattenrosthöhe um 10 - 15 cm vergrößert werden (60 - 65 cm vom Boden bis zur Oberkante). 

Oben bleibt die Box offen. Die feuchte Luft, die aus der Box austritt, muss ins Freie gelangen. Dazu sind Luken, Gitter oder Tore in der Scheunenverkleidung vorzusehen. Andere Baumaßnahmen sind nicht erforderlich: keine Wärmedämmung, kein Dachumbau, keine Dachabsaugung, keinerlei Feuchtigkeitsschutz, da es beim RTS-Trocknungsverfahren zu keiner Taubildung an der Dachkonstruktion oder an sonstigen Bauteilen kommt.

 

Lattenbänke

Weitere Planskizzen über die Gebäudeeinteilung etc.:  >>> Gebäude & Boxenanordnung >>>

 

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