RTS - Einlagerung 

 

Aktualisierungsstand: September 2011
    

 

  Einlagerung am Schnitttag  

 

    
Beim RTS-Verfahren wird bei
trockenem, warmem Schönwetter am Schnitttag eingelagert, wenn nicht zu blätterreiches Schnittgut vorhanden ist. Die Besonnung muss voll ausgenutzt werden !  Das Gras sollte erst nach dem Abtrocknen des Taues gemäht werden und gleich danach gut angestreut werden. Bei sehr schönem und trockenem Wetter und halmreichen Material erreicht das Mähgut nach ein bis zweimaligem Kreiseln gegen Abend eine Trockensubstanz von 50% und kann am Schnitttag eingelagert werden.  Mit der Einfuhr sollte erst ab 18 Uhr begonnen werden, außer es kommt durch Föhnwetter zu einer rascheren Vortrocknung, sodass die Blätter bereits zu zerbröckeln beginnen. Feinstrukturiertes Schnittgut mit hohem Blätteranteil und früh geschnittenes Mähgut erreichen an einem schönen, trockenen Sonnentag nur äußerst selten eine 50%-tige Trockensubstanz und müssen daher  2 volle Tage lang vorgetrocknet werden, weil solches Schnittmaterial bis zu 70% aus Wasser besteht.  Durch das Missverhältnis von Wasser und Substanz würde es zu einer übermäßigen Verdichtung des Materials und zu einer Luftstrombehinderung kommen, die den Wasserabtransport stark beeinträchtigen würde. Sollte das Wetter nicht entsprechen und eine Vortrocknung auf 50% TS nicht möglich sein, dann muss die tägliche Einfuhrmenge reduziert werden auf eine Füllhöhe von nur 1 m. Notfalls kann abgetrocknetes Gras auch gleich nach dem Mähen in geringen Mengen – maximale Füllhöhe von  0,5 m  (= ca. 150 kg Grasgewicht je m2 Boxgrundfläche)   -   auf eine bereits trockene Grundschicht von mindestens 2 m Höhe (=Luftverteilungsschicht) aufgetragen werden.

    
Bei der Starteinlagerung ist auf eine Boxfüllhöhe von ca.  2 m zu achten, damit sich ein Luftdruck von mindestens  10 mm Wasserspiegelunterschied am Druckanzeiger einstellt. Erst bei diesem Luftdruck ist ein gleichmäßiger Luftdurchsatz durch das Trocknungsgut möglich. Bei grobem Material ist eventuell sogar eine Materialverdichtung durch sanftes Begehen des Heustockes erforderlich, um den Mindest-Luftdruck zu erreichen. In der Regel sollte der Luftdruck je Meter-Höhe um 1 cm ansteigen. Ergibt sich ein höherer Luftdruck (z.B. 2 cm je Meter), dann ist das eingelagerte Welkheu am 3. Belüftungstag mit dem Kran bis auf den Rost durch Umschichtung aufzulockern. 

   

Die Trocknungszeit ist vom Wassergehalt des Trocknungsgutes abhängig !   Um 1.000 kg Heu mit 90%TS (=1 t Heu90%TS) aus einer Einlagerungsware mit 50%TS zu erhalten, müssen 800 Liter Wasser verdunstet werden. Das Einfuhrgewicht beträgt daher 1.800 kg. Bei einem Einfuhrgewicht von 2 Tonnen50%TS sind ca. 900 Liter Wasser zu verdunsten. Aus 60%TS-Einlagerungsmaterial sind jedoch nur noch 500 Liter Wasser zu entfernen.

   

In der Regel muss man davon ausgehen, dass je Ladewagen Eintagesmaterial (bei 2.000 kg Zuladung) 1 m3 Wasser zu verdunsten ist: 1.000 Liter je Ladewagen !  Die zu verdunstende Wassermenge bestimmt auch die Trocknungszeit.
   

Die RTS-Geräte haben bei normalen Sommertemperaturen folgende Verdunstungsleistung:
    

RTS-40:  max. 3 m³ Wasser pro Tag (=3.000 Liter /d) bei warmem Wetter (=Nachttemperaturen über 15°C)
RTS-80:  max. 6 m³ Wasser pro Tag (=6.000 Liter /d) bei warmem Wetter (=Nachttemperaturen über 15°C)

   

Mittels dieser Werte kann man sich leicht die Trocknungszeit ausrechnen:  z.B.:  20 Ladewägen = 20 m³ Wasser (=20.000 Liter); Gerätmodell RTS 80 benötigt dafür 3⅓ Tage, am 3. Tag kann bereits überlagert werden.

   

Durchgetrocknete Stellen müssen sofort mit Feuchtmaterial überlagert und verdichtet werden, sonst entweicht dort der Großteil der Trocknungsluft, die an anderer Stelle fehlt. Ohne einer täglichen Luftkontrolle in der Früh und am Abend kann das RTS-Verfahren nicht verwendet werden, weil es durch die radikale Trocknung und die Materialschrumpfung zur verstärkten Bildung von Luftkaminen kommt, wo dann die Trocknungsluft ungenutzt entweicht, wenn man nicht korrigierend eingreift !!!  Die übrigen Bereiche werden dann kaum noch durchlüftet.
     

Das Ende der Intensivtrocknung erkennt man daran, dass die Trocknung die Oberfläche des Heustocks erreicht hat und das Heu auch oben vollkommen dürr geworden ist. Wenn sich das Heu an der Oberfläche schon ganz dürr anfühlt, sollte man trotzdem noch einen Trocknungstag anhängen, damit auch an der Oberfläche eine 90% Trockensubstanz erreicht wird.

    

An die Intensivtrocknung  schließt die Endtrocknung an, die nur dann erforderlich ist, wenn das Material in der Box bleibt und nicht ausgelagert wird. Die Endtrocknung besteht nur noch aus einem täglichen, zweistündigen Luftaustausch in der Woche nach dem Ende der Intensivtrocknung. Wenn das getrocknete Heu Platz sparend in der Box gelagert wird, werden die Trocknungsgeräte beim zweiten und dritten Schnitt an andere Boxen über entsprechende Luftkanäle angeschlossen. Bei loser Lagerung benötigt man bis zum dreifachen Lagerraum !

      

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