RTS - Rundballentrocknung

 

Das RTS-Verfahren eignet sich auch für die Rundballentrocknung. Die Heuballen müssen aber locker gepresst sein, damit es zu einer regelmäßigen Durchströmung kommt. Es darf auch nur gut vorgetrocknetes Material gepresst werden mit einem Trockensubstanzgehalt von mindestens  70 % (=Zweitageswelkheu) !  Eine mindestens 20-stündigen Trocknungszeit ist erforderlich. Die Kaminbildung muss mit einem Deckel unterbunden werden !

    

Wird ein Heu-Rundballen nicht gut auf dem Feld vorgetrocknet (in der Regel zwei volle Tage lang !) und erreicht das Welkheu keine 70%-ige Trockensubstanz, dann wird der Ballen beim Pressen selbst bei geringstem Pressdruck so extrem verdichtet, dass es bei der Belüftung große Probleme gibt. Ein gleichmäßiger Luftdurchsatz ist dann so gut wie ausgeschlossen. Das hat zur Folge, dass es wegen der Restfeuchte zu einem starken Schimmelansatz und zu großen Qualitätsverlusten kommt. Eine gleichmäßige Durchlüftung und Trocknung ist nur möglich, wenn das Material beim Pressen eine Trockensubstanz von 70% aufweist und mit einem Pressdruck von weniger als 50 bar locker gepresst wird. Beim Trocknen sollen auch keine zu hohen Temperaturen (über 40°C) verwendet werden wie etwa bei Ölheizsystemen, weil es auch dadurch zu großen Qualitätseinbußen kommt wegen der Verdampfung von ätherischen Ölen und der Zersetzung wertvoller Eiweißstoffe !

   

 

RTS-Rundballentrocknung mit Belüftungsringen und Wand-Luftkasten für beidseitige Belüftung und sichere Wasserabfuhr

 

 

 

Mit diesem beidseitigen Rundballentrocknungssystem gelingt es, auch problematische Ballen mit etwas höherer Feuchte zu trocknen. Auch wenn die Ballen sehr dicht sind, trocknen sie mit dieser Methode gleichmäßig nach außen. Bei einer einseitigen Kanaltrockenanlage gibt es hingegen große Probleme wegen des unterschiedlichen Luftdurchsatzes. Bei dieser beidseitigen Trocknungsmethode wird jeder Ballen von oben und unten mit Luft versorgt. Es muss nur ein Luftkasten an einer Wandseite errichtet werden, an den die Luftschläuche angeschlossen werden. Die Ballenpaare sparen außerdem den halben Stellplatz ein. Die Investitionskosten sind im Vergleich mit einer Kanalanlage zudem wesentlich günstiger, pro Ballen sind für diese Spezialtrocknung ca. 750 € incl. MwSt. erforderlich. Als Standort genügt ein ebener standfester  Boden, damit die Ballen nicht umfallen. Nach der Trocknung können dort andere Geräte gelagert werden. Die Ballen sind auch mit einem Spanngurt zu sichern. Ein Vorhang aus Planen muss errichtet werden, damit ein Großteil der Ballenabluft wieder vom RTS-Gerät angesaugt werden kann. Das RTS-Gerät bläst die Luft in den Luftkasten ein und von dort gelangt sie über Schläuche zum Belüftungsring und in den Ballen.

 

Mit dieser Methode kann man mit einem RTS-RB16 Gerät (14 kW - Stromaufnahme) 8 Ballenpaare (16 Rundballen) täglich trocknen. 

 

Mit einem RTS-Gerät / Modell RTS-32RB (25 kW - Stromaufnahme) können täglich  16 Ballenpaare (32 Ballen) getrocknet werden.


 

Wirtschaftlichkeit der Rundballentrocknung
 

Die Ballentrocknung ist nur eine Notlösung. Mit dieser Konservierungsart kann man nie eine optimale Heuqualität erreichen wegen der hohen Bröckelverluste bei der Ballenherstellung. Es ist eine 70%-Trockenheit des Welkheus erforderlich, wenn man die Ballen in 20 Stunden trocken haben will. Die Bröckelverluste reduzieren die Milchleistung aus dem Grundfutter auf die Hälfte. Bis zu 2.000 kg Kraftfutter je Milchkuh sind erforderlich, um die Bröckelverluste zu ersetzen. Zu den weiteren Schlechtpunkten zählt der doppelte Stromeinsatz und die doppelten Trocknungskosten, die Schlagkraft ist auch nur die Hälfte der Boxentrocknung bei gleichem Stromeinsatz. Das alles führt zu keiner Verbesserung des Einkommens. Die Trocknungsanlage mit einer beiseitigen Ballenbelüftung ist mindestens so teuer, wie eine Boxentrocknung samt neuem Heukran.

 

Wer den optimalen Erlös aus den Grund und Boden erzielen will, muss auf die Boxentrocknung umsteigen, es gibt keinen anderen Ausweg !
 

 

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